80 Jahre Geduld und Gottvertrauen

Eine Gemeinde feiert den 80. Geburtstag eines Glaubensbruders

Der 10. Dezember 2010 wurde für Günther Karalus ein ganz besonderer Tag.
Bereits am Vormittag besuchte ihn der neue Bezirksapostel Rüdiger Krause.
[siehe Foto] zusammen mit dem Gemeindevorsteher Andreas Stuffer.
Der Bezirksapostel brachte nicht nur Glück- und Segenswünsche mit, sondern auch ein besonderes Bibelwort aus Zefanja 3, 17 "Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein." Mehrfach sprach der Bezirksapostel Bruder Karalus mit "mein großer Glaubensbruder!" an.
Er bezeichnete ihn als Vorbild. Dazu zähle er auch die Bereitschaft, bei Wind und Wetter mit seinem Elektrorollstuhl allein in die Gottesdienste zu fahren. Mit dieser Freude und diesem starken Trost ging Günther in seinen Geburtstag hinein, der noch so manche Überraschung für ihn bereit hielt.

Bruder Günther Karalus feierte seinen 80. Geburtstag in der Iserbrooker Kirche und hatte persönliche Gäste wie auch die Gemeinde dazu eingeladen. Seine Schwester Inge Hermann, die ihrem Bruder seit vielen Jahren hilfreich zur Seite steht, konnte auch dabei sein. Schwester Susanne Osterkrüger, die Ehefrau von Bruder Karalus Hauspriester Jens Osterkrüger, hatte mit viel Liebe und der tatkräftigen Unterstützung vieler Helfer die große Geburtstagsfeier vorbereitet.
Dazu versammelten sich recht zahlreich die Geschwister aus Hamburg-West, die zu Bruder Karalus eine besondere Beziehung haben. Die Gemeinde Hamburg-Lurup war vor Iserbrook lange Jahre seine Heimatgemeinde.
Schwester Osterkrüger verlas einige persönliche Gedanken von Günther Karalus. Hier berichtete er in eindrucksvoller Weise, wie er als Behinderter seine Kindheit und Jugendjahre einschließlich mancher Operationen und enttäuschter Hoffnungen erlebt hat. Der Begriff "Krüppelheim" fiel und mag verdeutlichen, in welcher Lage sich Bruder Karalus damals befand. Aber Günther Karalus war auch sehr froh über die Hilfe seiner Familie und darüber, dass der liebe Gott zur rechten Zeit einen Platz im Pflegeheim Tabea bereit hielt. Als Rollstuhlfahrer ist er stets auf das Wohlwollen und die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen. Wenn jemand den Begriff "Verzicht" beschreiben sollte, dann kann es mit Sicherheit Bruder Karalus.

Das Geburtstagskind spendierte ein großes Kuchenbüffet, und am frühen Abend zauberten helfende Hände noch eine Menge appetitlicher Häppchen für die mittlerweile weiter angewachsene Schar der Gratulanten.

Zu diesen Gratulanten gehörten neben dem Gemeindevorsteher, Evangelist Andreas Stuffer, auch die beiden Bezirksevangelisten Holger Grasshoff und Rainer Knobloch sowie der Bezirksälteste Jörg Steinbrenner. Hinzu kam dann der Bischof i.R. Helmut Fabian, ein Cousin von Günther, und erzählte in seiner ihm ganz persönlichen Art die
ersten und weiteren Begegnungen mit Günther. Für Bruder Karalus waren diese Worte der Wertschätzung sehr bewegende und emotionale Momente der Erinnerung aber auch Freude.

Als nächstes erzählte Priester i.R. Reinhold Marienfeld seine persönlichen Erlebnisse mit Günther und ergänzte somit die Liste der Höhen und Tiefen in Bruder Karalus Leben. Dabei nannte der die 80 Lebensjahre von Günther ein biblisches Alter und zitierte entsprechende Bibelstellen z.B. aus den Psalmen, aus Mose und den Richtern.

Bischof Wolfgang Novicic wurde noch erwartet. Der brachte den gerade jüngst in den Ruhestand versetzten Bezirksapostel Karlheinz Schumacher mit. Beide trafen sich unterwegs auf dem Weg zu Günthers Geburtstagsfeier. Sie unterstrichen beide in ihren Reden die herausragende Geduld und das große Gottvertrauen von Günther. So haben sie ihn kennen- und lieben gelernt. Es wurde deutlich, welches Vorbild Bruder Karalus in seinem starken Glauben und seiner Beharrlichkeit für uns alle ist.

Der Chor unter der Leitung von Olaf Polenske rundete diesen schönen und gesegneten Tag noch mit einigen Heimatliedern ab.

© Rolf Carl