Unsere Jugendlichen machen sich Gedanken über die aktuelle Flüchtlingssituation

Für die Bezirksjugendstunde im Oktober hatten Jugendliche aus Eidelstedt beeindruckende Informationen zum Thema Flüchtlinge aufbereitet. Sie führten vor Augen, dass Menschen, die ihr Hab und Gut in ihrer Heimat verloren haben und dort wegen Bürgerkrieg, Gewalt und Terroranschlägen um ihr Leben bangen mussten, sich in ihrer großen Not auf die Flucht begeben haben.

Viele haben einen wochen- und monatelangen Weg mit größten Entbehrungen hinter sich. Sie waren zum Teil allein oder mit Familie und Kindern zu Fuß unterwegs auf einer Strecke von über 3.700 km bis Hamburg. Das sind zur Anschauung einmal umgerechnet etwa 740 Std. Fußmarsch oder etwa die Strecke von 10.000 Runden um einen Sportplatz.

Heute sind sie bei uns angekommen und leben zunächst noch in notdürftigen Unterkünften mit vielen anderen zusammen mit wenig Privatsphäre, bevor sie hier irgendwie Fuß fassen können.

Unsere Jugendlichen haben sich dann in Gruppen zusammengesetzt und damit beschäftigt, wie sie mit der Not dieser Menschen umgehen wollen und ihnen praktisch helfen können.

Unter dem Motto „Willkommenskultur“ gestaltete eine Gruppe bunte Plakate für jede Gemeinde, die ein Zeichen setzen sollen. Darauf steht „Refugees Welcome“, „Merhaba“ oder „Saalam“ (Hallo auf syrisch) und Willkommensgrüße in verschiedene Sprachen. Die Jugendlichen möchten mit dem Aushang im Schaukasten gerne ein Zeichen setzen - unsere Kirche ist offen für Flüchtlinge. Es geht darum, ein freundliches Signal auszusenden. Wenn ein Asylbewerber dieses im Vorbeigehen sieht - wer weiß? Vielleicht verschönert es seinen Tag.

Im Gespräch stellte sich die Frage, wie wir schon in kleinen Dingen aktiv zu einer Willkommenskultur beitragen können. Das bezieht sich ja nicht nur auf Flüchtlinge, sondern auch auf Immigranten, Touristen und letzten Endes einfach auf unseren Nächsten. Hier ein paar praktische Beispiele: Jemanden anlächeln. Jemanden mit dem U-Bahn-Plan helfen, wenn er ratlos wirkt. Sich in Gesprächen tolerant verhalten und möglichst niemanden vorschnell in eine Schublade stecken. Einen Gruß in einer Fremdsprache lernen. Zeit schenken.

Ein besonderer Gast aus Syrien erleichterte an diesem Abend den Schritt auf eine uns unbekannte Kultur zu auf eine besonders angenehme Weise. Mustapha, der bereits 2010 zum Studieren nach Deutschland gekommen ist und nun mit einer Glaubensschwester aus der Gemeinde Finkenwerder verheiratet ist, machte die Jugendlichen mit der typischen syrischen Küche bekannt. Er hatte syrische Speisen zubereitet und gab dazu interessante Erklärungen. Darüber hinaus berichtete er aus seiner Heimat Damaskus und von seinen persönlichen Erfahrungen der Integration in Deutschland.

Im Anschluss an die Jugensstunde wurden Mustaphas syrische Köslichkeiten von allen mit großem Genuss verspeist.